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Forschende, die die Welt veränderten: C

Nicht alle Heldinnen und Helden tragen Capes. Im Laufe der Geschichte hat es immer wieder Forschende und Technikbegeisterte gegeben, die mit Neugier, Kreativität und Tatendrang das Leben der Menschen verbessert und dafür gesorgt haben, dass wir die Welt, in der wir leben, ein bisschen besser verstehen.

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge eine kleine Auswahl dieser besonderen Menschen vor: Beim Buchstaben „C“ die polnische Physikerin und Chemikerin Marie Curie und den amerikanischen Elektroingenieur Martin Cooper.

Marie Curie: Radioaktivitätspionierin und zweifache Nobelpreisträgerin

Marie Curie kam am 7. November 1867 in Warschau, Polen, zur Welt. Die Eltern von Maria Salomea Sklodowska, wie sie mit Geburtsnamen hieß, waren beide Lehrende und hatten insgesamt fünf Kinder — Marie war das jüngste davon.

Mit sechs Jahren kam Sklodowska in die Schule, mit 15 schloss sie die Matura als Klassenbeste ab. Obwohl sie es wollte, konnte sie danach nicht studieren, da zu der Zeit in Polen noch keine Frauen an den Universitäten zugelassen waren. Daher arbeitete Sklodowska zunächst an unterschiedlichen Orten als Hauslehrerin. Parallel dazu besuchte sie die sogenannte „Fliegende Universität“, eine illegale Geheimuniversität, zu der beide Geschlechter Zugang hatten.

Ihr Wunsch, ein naturwissenschaftliches Studium zu absolvieren, wurde immer stärker, und so reiste die Polin 1891 nach Paris. Dort studierte sie an der Sorbonne Physik und Mathematik — beide Fächer schloss sie mit Bestnoten ab. Nach dem Studium lernte Sklodowska den französischen Physiker Pierre Curie kennen, den sie 1895 heiratete.

Ihre Forschungen stellte das Ehepaar gemeinsam an, anfangs in einem dürftig eingerichteten Labor unter schwierigen Arbeitsbedingungen. Beide unterrichteten, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. 1896 entdeckte der französische Physiker Henri Becquerel die Radioaktivität. Das weckte Curies Interesse, und sie begann ihre Forschungen, für die sie später berühmt werden sollte. Sie entdeckte das chemische Element Polonium, das sie 1898 nach ihrem Geburtsland Polen benannte. Im selben Jahr gelang es ihr, noch ein neues chemisches Element zu entdecken: Radium.

1906 starb Curies Ehemann bei einem Unfall. Nach seinem Tod übernahm sie seine Lehrtätigkeit an der Sorbonne. Damit war Marie Curie die erste Frau, die dort lehrte. Ein paar Jahre später kandidierte die Forscherin für einen Platz an der französischen Akademie der Wissenschaften, wurde aber nicht aufgenommen, da sie eine Frau war. 1914 wurde sie zur Leiterin des neu gegründeten Radium-Instituts ernannt. In dieser Funktion trieb Curie die Forschung zur Radioaktivität weiter voran und förderte gezielt Frauen und Studierende aus dem Ausland.

Während des Ersten Weltkrieges entwickelte Curie eine mobile Röntgeneinrichtung, um verwundete Soldaten an der Front besser untersuchen zu können. Im Laufe des Krieges rüstete sie radiologische Fahrzeuge aus und verbesserte zahlreiche radiologische Zentren. Zusammen mit ihrer Tochter Irène bildete sie Frauen zu Röntgentechnikerinnen aus.

1922 wurde Curie für den Völkerbund, eine Art Vorgängerorganisation der Vereinten Nationen, tätig. Dort arbeitete sie über ein Jahrzehnt lang für die Internationale Kommission für geistige Zusammenarbeit, wo sie u.a. versuchte, einen einheitlichen Urheberschutz für Forschende und deren Erfindungen einzuführen. Zwischenzeitlich war sie sogar Vizepräsidentin der Kommission, der auch andere berühmte Forschende wie Albert Einstein angehörten.

Im Laufe ihrer Karriere bekam Curie zahlreiche Auszeichnungen für ihre Beiträge zur Erforschung der Radioaktivität. 1903 erhielt sie zusammen mit ihrem Ehemann den Nobelpreis für Physik; 1911 bekam sie ihren zweiten Nobelpreis – diesmal im Bereich Chemie. Damit ist sie die erste Frau, die einen Nobelpreis erhielt, und neben dem Chemiker Linus Pauling die einzige Person, die Nobelpreise in unterschiedlichen Fachgebieten bekam. Das chemische Element Curium wurde nach ihr und ihrem Ehemann benannt, ebenso wie Curie, die Maßeinheit für die Aktivität eines radioaktiven Stoffes.

Am 4. Juli 1934 starb Marie Curie in Passy, Frankreich, an den Folgen ihrer jahrzehntelangen Arbeit mit radioaktiven Substanzen. Damals war die schädliche Wirkung radioaktiver Strahlung noch nicht bekannt, dementsprechend gab es auch keine Sicherheitsvorkehrungen. Durch die hohe Strahlenbelastung werden Curies Aufzeichnungen beispielsweise heute noch in mit Blei abgeschirmten Boxen aufbewahrt und können nur mit Schutzkleidung angesehen werden.

Martin Cooper: Elektroingenieur und Erfinder des Mobiltelefons

Martin Cooper wurde am 26. Dezember 1928 in Chicago, USA, geboren. Schon als Kind interessierte er sich für Technik, daher studierte er nach seinem Schulabschluss Elektrotechnik am Illinois Institute of Technology (IIT). Dort schloss Cooper 1950 mit dem Bachelor ab. Im Anschluss ging er zur U.S. Navy, wo er als U-Boot-Offizier im Koreakrieg diente.

Nach dem Krieg bekam Cooper seinen ersten Job bei der Teletype Corporation, 1954 wechselte er zu Motorola. Nebenbei absolvierte er seinen Master in Elektrotechnik am IIT, den er 1957 erfolgreich abschloss. Bei Motorola arbeitete der Techniker zunächst an Projekten im Bereich der drahtlosen Kommunikation, wie dem ersten funkgesteuerten Ampelsystem oder den ersten mobilen Polizeifunkgeräten.

Coopers größte Errungenschaft ist aber die Erfindung des Mobiltelefons. Die ersten Mobiltelefone wurden zwar schon 1946 vom amerikanischen Telekommunikationskonzern AT&T vorgestellt, allerdings waren das Autotelefone. Diese ersten „Mobiltelefone“ brauchten nämlich so große Mengen an Energie, dass sie von Autobatterien gespeist werden mussten. Damit AT&T kein Monopol auf Mobiltelefone entwickeln konnte, beauftrage Motorola Cooper damit, ein eigenes Mobiltelefon zu entwickeln.

Er war der Ansicht, dass ein wirkliches Mobiltelefon leicht am Körper tragbar sein sollte, damit man immer und überall Anrufe tätigen kann und nicht ans Auto gekoppelt ist. Am 3. April 1973 schrieb Cooper Geschichte, als er mit seinem Prototyp in New York den ersten öffentlichen Anruf mit einem Handy tätigte.

Der Prototyp trug den Namen DynaTAC (Dynamic Adaptive Total Area Coverage) und hatte mit einem modernen Mobiltelefon nach heutigem Standard noch nicht viel gemein. Es war 23 Zentimeter lang, wog 1,1 Kilogramm und hatte eine Batterielaufzeit von 35 Minuten. Es war noch so sperrig, dass es die Spitznamen „the brick“ und „the shoe“ bekam.

10 Jahre später präsentierte Motorola das erste für Konsumenten gedachte Mobiltelefon, das DynaTAC 8000x. Das war bereits um einiges kleiner und wog „nur mehr“ rund 450 Gramm. Es kostete damals 3.500 Dollar, was heute einem Preis von über 7.900 Euro entspricht. Trotz des hohen Preises erfreute sich das Gerät großer Beliebtheit und mittlerweile sind Handys aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken.

1983 verließ Cooper Motorola und gründete ein eigenes Unternehmen. Im weiteren Verlauf seiner Karriere gründete der Amerikaner verschiedenste Unternehmen, die allesamt in der Telekommunikationsbranche angesiedelt sind. 1985 formulierte er außerdem „Cooper’s Law“, ein Gesetz über die spektrale Effizienz. Es besagt, dass sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Zahl möglicher Funkkanäle in einem bestimmten Bereich innerhalb von 30 Monaten verdoppelt.

Für seine Errungenschaften wurden Cooper zahlreiche Preise und Auszeichnungen verliehen, unter anderem der Charles-Stark-Draper-Preis und der Marconi-Preis.

 

Marie Curie und Martin Cooper sind nur zwei Beispiele dafür, wie einzelne Forschende die Welt verändern können. Egal, ob man ein Forschungsfeld so vorantreibt wie Curie, oder ob man mit seiner Erfindung das Kommunikationsverhalten der Menschen so stark prägt wie Cooper: Wir alle können mit Naturwissenschaft und Technik die Welt ein Stück besser machen!

Als nächstes geht es in unserer Blogreihe um Jennifer Doudna und Charles Darwin.

 

 

Quellen:

Marie Curie

NobelPrize.org (o.J.): Marie Curie – Biographical, [online] https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1903/marie-curie/biographical/ [20.03.2019].

WHO’s WHO (o.J.): Marie Curie, [online] http://www.whoswho.de/bio/marie-curie.html [20.03.2019].

Martin Cooper

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Martin Cooper, [online] https://www.britannica.com/biography/Martin-Cooper [21.03.2019].

The Marconi Society (o.J.): Martin Cooper, [online]

http://marconisociety.org/fellows/martin-cooper/ [21.03.2019].

BBC News Online (2003): A chat with the man behind mobiles, [online] http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/2963619.stm [21.03.2019].

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge besondere Menschen in der Wissenschaft und Technik vor. Aktuell: Martin Cooper und Marie Curie