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Forschende, die die Welt veränderten: F

Nicht alle Heldinnen und Helden tragen Capes. Im Laufe der Geschichte hat es immer wieder Forschende und Technikbegeisterte gegeben, die mit Neugier, Kreativität und Tatendrang das Leben der Menschen verbessert und dafür gesorgt haben, dass wir die Welt, in der wir leben, ein bisschen besser verstehen.

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge eine kleine Auswahl dieser besonderen Menschen vor: Beim Buchstaben „F“ die britische Biochemikerin Rosalind Franklin und den amerikanischen Naturwissenschaftler Benjamin Franklin.

Rosalind Franklin: Biochemikerin und Mitentdeckerin der DNA-Struktur

Rosalind Elsie Franklin kam am 20. Juli 1920 in der britischen Hauptstadt London zur Welt. Ihre Eltern, ein angesehenes jüdisches Ehepaar, legten großen Wert auf eine umfassende Schulbildung. Deshalb schickten sie ihre Tochter auf die St. Paul’s Girls School, eine der wenigen Schulen, die zu der Zeit Mädchen in Physik und Chemie unterrichteten. Da Franklin schon davor große Begeisterung für Naturwissenschaften zeigte, war das für sie eine gute Möglichkeit, sich damit näher zu beschäftigen.

Nach ihrem Schulabschluss begann Franklin 1938 an der renommierten Cambridge University zu studieren. Während ihres Studiums spezialisierte sie sich auf physikalische Chemie und erzielte Bestnoten. 1945, mit nur 25 Jahren, erhielt sie bereits den PhD für ihre Arbeit über die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Kohle. Damals war die akademische Ausbildung von Frauen noch nicht selbstverständlich; vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern wurde die Leistung von Forscherinnen kaum gewürdigt.

Da es in ihrer Heimat für sie keine passenden Forschungsprojekte gab, ging Franklin 1947 nach Paris. Dort arbeitete sie am Laboratoire Central des Services Chimiques de L’Etat, wo sie Kristallstrukturen mit Röntgenstrahlen untersuchte und dadurch zur Spezialistin für Kristallstrukturanalysen und eine international anerkannte Wissenschaftlerin wurde.

Obwohl sie ihre Arbeit in Paris sehr mochte, kehrte Franklin 1950 aus verschiedenen Gründen nach London zurück. Am King’s College hatte sie den Auftrag, eine Röntgenstrahlen-Beugungsanlage zu bauen. Außerdem begann sie ihre Forschungen zur DNA im Rahmen eines Forschungsprogramms unter der Leitung des Biophysikers Maurice Wilkins.

Obwohl ihre dortigen Forschungen die weitreichendsten in ihrer gesamten Karriere waren, fühlte Franklin sich am King’s College nicht wohl. Das Arbeitsverhältnis zu Wilkins war sehr angespannt, da er sie lediglich als seine Assistentin und nicht als gleichwertige Forscherin betrachtete. Generell wurden Wissenschaftlerinnen am College von ihren männlichen Kollegen nicht als ebenbürtig angesehen. Frauen war teilweise sogar der Zugang zu bestimmten Orten nicht gestattet.

Trotz des schlechten Arbeitsklimas entwickelte Franklin bald ein Verfahren, mit dem sie DNA auf Röntgenbildern abbilden konnte. 1952 erstellte sie damit ihr berühmtes „Foto 51“, das Rückschluss auf die Doppelhelixstruktur der DNA gab. Wilkins zeigte Franklins Arbeit ohne ihr Wissen den beiden Biochemikern Francis Crick und James Watson, die in Cambridge ebenfalls an der DNA-Struktur forschten. Durch das Bild konnten sie ihr eigenes DNA-Modell ableiten, das sie 1953 veröffentlichten. Dass die Arbeit der Britin einen wesentlichen Beitrag dazu leistete, verschwiegen die beiden.

Für Franklin war das Arbeitsumfeld am Kings’s College nicht mehr tragbar, und so wechselte sie noch im selben Jahr an das Birkbeck College, wo sie am Tabakmosaikvirus und am lebenden Poliovirus forschte. Dort blieb sie bis zu ihrem Tod am 16. April 1958. Sie starb im Alter von nur 37 Jahren an Eierstockkrebs.

Crick, Watson und Wilkins erhielten 1962 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie für die Entdeckung der Doppelhelixstruktur der DNA. In ihrer Ansprache erwähnten sie Franklin mit keinem einzigen Wort, obwohl die Forscher später zugaben, dass ohne ihre Arbeit die Entwicklung des DNA-Modells so nicht möglich gewesen wäre.

Auch wenn sie keinen Nobelpreis bekam, wurde Rosalind Franklin für ihre Leistungen vielfach geehrt. So gibt es zum Beispiel mehrere nach ihr benannte Stipendien und Preise, die Frauen in Naturwissenschaft und Technik fördern. Auch der Mars-Rover, der 2020 von der ESA auf den Mars geschickt werden soll, um dort nach Leben zu suchen, ist nach ihr benannt.

Benjamin Franklin: Erfinder des Blitzableiters und Gründervater der USA

Benjamin Franklin wurde am 17. Januar 1706 in Boston, USA, geboren. Er war das 15. Kind eines englischen Seifen- und Kerzenmachers. Mit acht Jahren begann er die Schule zu besuchen. Dort zeigte sich bereits, dass er in vielen Bereichen sehr begabt war – trotzdem dauerte seine Schulbildung nur zwei Jahre lang.

Mit zehn Jahren arbeitete Franklin im Laden seines Vaters, mit zwölf ging er bei einem seiner älteren Brüder in die Lehre und erlernte den Beruf des Druckers. Sein Bruder gründete 1721 seine eigene Zeitung, für die er regelmäßig Artikel verfasste. 1723 lief Benjamin Franklin nach einem Streit der beiden Brüder heimlich von zu Hause weg und ging nach New York.

In New York konnte der 17-Jährige keine Arbeit finden, darum ging er nach Philadelphia, wo er eine Anstellung bei einer Druckerei fand. Nur ein Jahr später reiste er nach England und arbeitete in London für verschiedene Druckereien. 1726 kehrte er nach Philadelphia zurück und wurde Geschäftsführer desselben Unternehmens, in dem er bereits vor seinem Aufenthalt in London tätig war.

1729 übernahm Franklin eine Zeitung und wurde damit zum Verleger. Auch für diese Zeitung schrieb er häufig Artikel, die unter einem Pseudonym veröffentlicht wurden. Er war damit sehr erfolgreich und publizierte in weiterer Folge einige Bücher. Nebenbei engagierte sich der Drucker auch für das öffentliche Gemeinwohl: Er gründete u.a. die erste Leihbibliothek Amerikas und die erste freiwillige Feuerwehr in Philadelphia.

In den 1740ern begann Franklin sich für Elektrizität zu interessieren. Mit dem berühmten Experiment, bei dem man einen Drachen während eines Gewitters steigen lässt, bewies er, dass Blitze elektrisch sind und erfand dabei den Blitzableiter. Außerdem erfand er eine Batterie zum Speichern elektrischer Energie und prägte viele Begriffe, die heute noch in der Elektrizität verwendet werden.

Auch in anderen Bereichen war Franklin als Forscher und Erfinder tätig. Er entwickelte unter anderem die Bifokalbrille, einen speziellen Ofen zum Heizen und eine frühe Form der Schwimmflossen. Außerdem entdeckte er den Golfstrom, nachdem ihm auf seinen Reisen zwischen Amerika und England aufgefallen war, dass seine Rückreise nach Amerika immer länger dauerte als die Hinreise.

Zu Franklins politischen Errungenschaften zählen unter anderem seine Beiträge zur Ausarbeitung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und seine Beteiligung am Entstehen der amerikanischen Verfassung. In seinen letzten Lebensjahren war er ein großer Verfechter der Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten. Er starb am 17. April 1790 im Alter von 84 Jahren in Philadelphia.

Aufgrund seiner zahlreichen Verdienste wurde Benjamin Franklin vielfach geehrt. Ihm wurde in Philadelphia ein Denkmal errichtet; zahlreiche Orte und wissenschaftliche Preise sind heute nach ihm benannt. Als einer der Gründerväter der USA ist sein Bild auf den 100-Dollar-Scheinen zu sehen.

Rosalind Franklin und Benjamin Franklin sind nur zwei Beispiele dafür, wie einzelne Forschende die Welt verändern können. Egal, ob man etwas so wichtiges entdeckt wie Rosalind Franklin, oder ob man auch ohne akademische Laufbahn so weitreichende Forschungen durchführt wie Benjamin Franklin: Wir alle können mit Naturwissenschaft und Technik die Welt ein Stück besser machen!

Als nächstes geht es in unserer Blogreihe um Fabiola Gianotti und William Gilbert.

Quellen:

Rosalind Franklin

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Rosalind Franklin, [online] https://www.britannica.com/biography/Rosalind-Franklin [15.04.2019].

Nature.com (o.J.): Rosalind Franklin: A Crucial Contribution, [online] https://www.nature.com/scitable/topicpage/rosalind-franklin-a-crucial-contribution-6538012 [15.04.2019].

Technische Hochschule Lübeck (o.J.): Rosalind Elsie Franklin, [online] https://www.th-luebeck.de/studium-und-weiterbildung/studienberatung/weibliche-vorbilder/franklin-rosalind-elsie/ [15.04.2019].

European Space Agency (2019): ESA’s Mars Rover has a name – Rosalind Franklin, [online]

http://www.esa.int/Our_Activities/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars/ESA_s_Mars_rover_has_a_name_Rosalind_Franklin [15.04.2019].

Benjamin Franklin

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Benjamin Franklin, [online] https://www.britannica.com/biography/Benjamin-Franklin [16.04.2019].

WHO’s WHO (o.J.): Benjamin Franklin, [online] http://www.whoswho.de/bio/benjamin-franklin.html [16.04.2019].

Biography.com (2014): Benjamin Franklin Biography, [online] https://www.biography.com/people/benjamin-franklin-9301234 [16.04.2019].

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge besondere Menschen in der Wissenschaft und Technik vor. Aktuell: Benjamin Franklin und Rosalind Franklin