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Forschende, die die Welt veränderten: R

Nicht alle Heldinnen und Helden tragen Capes. Im Laufe der Geschichte hat es immer wieder Forschende und Technikbegeisterte gegeben, die mit Neugier, Kreativität und Tatendrang das Leben der Menschen verbessert und dafür gesorgt haben, dass wir die Welt, in der wir leben, ein bisschen besser verstehen.

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge eine kleine Auswahl dieser besonderen Menschen vor: Beim Buchstaben „R“ die amerikanische Astronomin Nancy Roman und den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen.

Nancy Roman: Astronomin und „Mutter des Hubble-Teleskops“

Nancy Grace Roman kam am 16. Mai 1925 in Nashville, USA, zur Welt. Ihre Eltern waren ein Geophysiker und eine Musiklehrerin, die beide großes Interesse an der Natur hatten und ihre Begeisterung an ihre Tochter weitergaben. Bereits als kleines Kind war Roman vom Mond fasziniert; im Alter von elf Jahren gründete sie gemeinsam mit ihren Freundinnen einen Astronomie-Club, bei dem sie sich mit Sternbildern auseinandersetzten.

Als Roman an die Highschool kam, war für sie klar, dass sie Astronomin werden wollte. Ihre Lehrenden rieten ihr aber von einer naturwissenschaftlichen Karriere ab — zur damaligen Zeit war es für Frauen nicht üblich, in diesem Bereich zu arbeiten. Nach der Schule studierte die Amerikanerin Astronomie und Physik am Swarthmore College, wo ihr Karrierewunsch ebenfalls sehr viel Ablehnung erfuhr. Die Dekanin versuchte alle Frauen davon abzubringen, einen Abschluss in einem naturwissenschaftlichen oder technischen Fach zu absolvieren. Trotz dieser Schwierigkeiten verfolgte Roman ihren Traum weiter und erlangte 1949 den Doktortitel in Astronomie an der University of Chicago.

Danach war Nancy Roman bis 1955 am Yerkes-Observatorium tätig. Dort entdeckte sie im Zuge ihrer Forschungen, dass sonnenähnliche Sterne mit einer kreisförmigen Umlaufbahn und schwereren Elementen jünger sind als jene mit einer elliptischen Umlaufbahn und leichteren Elementen. Dadurch ließen sich erstmals Rückschlüsse auf die Entwicklung der Milchstraße ziehen.

1955 erhielt Roman einen Job am Naval Research Laboratory, wo sie sich mit Radioastronomie beschäftigte. Kurz nach der Gründung der NASA wurde sie zur Leiterin der Abteilung für Weltraumastronomie und war damit eine der ersten Frauen, die in der NASA eine Führungsposition bekleideten.

Zu Romans Aufgaben bei der NASA zählte u.a. das Vorbereiten von Astronauten auf astronomische Besonderheiten, die während eines Einsatzes im All auftreten können. So bereitete sie auch die Crew der Apollo-11-Mission vor, die am 21. Juli 1969 mit der ersten Mondlandung in die Geschichte einging. Außerdem war die Astronomin für die Planung und Durchführung von Satellitenprogrammen zuständig.

Als wichtigste Errungenschaft in Romans Karriere wird ihr Beitrag zum Hubble-Weltraumteleskop betrachtet, der ihr den Spitznamen „Mother of Hubble“ einbrachte. Von Beginn an war sie an der Planung und Vermarktung des Teleskops beteiligt und überzeugte die amerikanische Regierung, das Geld für das Projekt bereitzustellen. Das Hubble-Weltraumteleskop wurde nach jahrzehntelanger Vorbereitungsarbeit 1990 ins All befördert. Heute gilt es als eines der wichtigsten Forschungsinstrumente der Astrophysik.

1979 ging Roman in Rente, arbeitete danach aber noch in beratender Funktion für verschiedene Organisationen. Bis zu ihrem Lebensende engagierte sie sich in verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten und ermutigte vor allem Mädchen und junge Frauen, eine Karriere in Naturwissenschaft und Technik einzuschlagen. Die Astronomin starb am 25. Dezember 2018 im Alter von 93 Jahren.

Für ihre wissenschaftlichen Verdienste wurde Nancy Roman vielfach geehrt, unter anderem mit dem Lifetime Achievement Award von Women in Aerospace. Die NASA hat ein Programm zur Förderung neuer Technologien für Weltraumforschung und Astrophysik nach ihr benannt, und ein Asteroid trägt ebenfalls ihren Namen.

Wilhelm Conrad Röntgen: Physiker und Entdecker der Röntgen-Strahlung

Wilhelm Conrad Röntgen wurde am 27. März 1845 in Lennep, Deutschland, geboren. Sein Vater war ein Tuchfabrikant und -händler, der mit seiner Familie in die Niederlande zog, als Röntgen drei Jahre alt war. In der Schule hatte er zwar keine schlechten Noten, zeigte aber auch kein besonderes Talent.

Röntgen hegte eine Leidenschaft für die Natur und technische Spielereien, deshalb besuchte er ab 1862 die Technische Schule in Utrecht. Nur kurz darauf wurde er ohne Abschluss der Schule verwiesen. Der Deutsche wurde fälschlicherweise beschuldigt, eine Karikatur seines Lehrers gezeichnet zu haben und musste daher die Schule verlassen.

1865 wollte Röntgen Physik an der Universität Utrecht studieren. Ohne Schulabschluss erfüllte er aber die nötigen Voraussetzungen nicht, darum besuchte er die Vorlesungen nur als Gasthörer. Das war aber keine Dauerlösung, deshalb begann der Deutsche noch im selben Jahr an der renommierten Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich Maschinenbau zu studieren. Hierfür brauchte er keine Matura, sondern konnte stattdessen eine Zulassungsprüfung absolvieren.

Nach seinem Diplom als Maschinenbauingenieur schloss Röntgen 1869 sein Doktorat in Physik an der Universität Zürich ab. Anschließend war er einige Jahre lang Assistent des Physikers August Kundt an den Universitäten Würzburg und Straßburg. An beiden Universitäten war der Physiker im Laufe der nächsten Jahre als Dozent tätig.

Seine wichtigste Entdeckung machte Röntgen aber während seiner Zeit in Würzburg. Am 8. November 1895 entdeckte er die „X-Strahlen“, die im Deutschen in Röntgenstrahlen umbenannt wurden. Kurz darauf gelang es ihm, die erste Röntgenaufnahme zu machen. Darauf zu sehen war die Hand seiner Ehefrau.

Röntgens Errungenschaft machte ihn schlagartig berühmt. 1901 bekam er dafür den ersten Nobelpreis für Physik verliehen. Die Röntgenstrahlen revolutionierten nicht nur die Medizin — sie führten in weiterer Folge auch zur Entdeckung der Radioaktivität durch Henri Becquerel, Marie Curie und Pierre Curie.

Seine letzten Jahre verbrachte Röntgen als Professor für Physik an der Universität München. Er starb am 10. Februar 1923 im Alter von 77 Jahren an Darmkrebs.

Für seine wissenschaftlichen Errungenschaften erhielt Wilhelm Conrad Röntgen neben dem Nobelpreis zahlreiche andere Auszeichnungen. Mehrere deutsche Hochschulen verleihen Förderpreise, die seinen Namen tragen. Außerdem sind ihm zu Ehren die Röntgenstrahlen und das chemische Element Roentgenium nach dem Physiker benannt.

 

Nancy Roman und Wilhelm Conrad Röntgen sind nur zwei Beispiele dafür, wie einzelne Forschende die Welt verändern können. Egal, ob man trotz Gegenwind Karriere in der Wissenschaft macht so wie Roman, oder ob man auch ohne Matura etwas so wichtiges entdeckt wie Röntgen: Wir alle können mit Naturwissenschaft und Technik die Welt ein Stück besser machen!

Als nächstes geht es in unserer Blogreihe um Hayat Sindi und Erwin Schrödinger.

Quellen:

Roman

National Aeoronautics and Space Administration (2008): NASA’s Innovators and Unsung Heroes, [online] https://www.nasa.gov/50th/50th_magazine/unsungHeroes.html [08.07.2019].

National Aeoronautics and Space Administration (o.J.): Nancy Roman (1925-2018), [online] https://solarsystem.nasa.gov/people/225/nancy-roman-1925-2018/ [08.07.2019].

National Geographic (2018): Remembering Nancy Roman, NASA astronomer and Hubble telescope champion, [online] https://www.nationalgeographic.com/science/2018/12/nancy-grace-roman-mother-hubble-space-telescope-nasa-chief-astronomy-dies/ [08.07.2019].

Röntgen

WHO’s WHO (o.J.): Wilhelm Conrad Röntgen, [online] http://www.whoswho.de/bio/wilhelm-conrad-roentgen.html [09.07.2019].

NobelPrize.org (o.J.): Wilhelm Conrad Röntgen Biographical, [online] https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1901/rontgen/biographical/ [09.07.2019].

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Wilhelm Conrad Röntgen, [online] https://www.britannica.com/biography/Wilhelm-Rontgen [09.07.2019].

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge besondere Menschen in der Wissenschaft und Technik vor. Aktuell: Nancy Roman und Wilhelm Conrad Röntgen