Wir verwenden Cookies auf unserer Website, um Ihnen mehr Benutzerfreundlichkeit bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
Katze Science ClipKatze Science Clip
Weiter
SchließenFrage schließen
Spinner

Blog

Forschende, die die Welt veränderten: V

Nicht alle Heldinnen und Helden tragen Capes. Im Laufe der Geschichte hat es immer wieder Forschende und Technikbegeisterte gegeben, die mit Neugier, Kreativität und Tatendrang das Leben der Menschen verbessert und dafür gesorgt haben, dass wir die Welt, in der wir leben, ein bisschen besser verstehen.

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge eine kleine Auswahl dieser besonderen Menschen vor: Beim Buchstaben „V“ die amerikanische Mathematikerin Dorothy Vaughan und den italienischen Physiker Alessandro Volta.

Dorothy Vaughan: Mathematikerin und Programmiererin

Dorothy Vaughan kam am 20. September 1910 unter dem Namen Dorothy Johnson in Kansas City, USA, zur Welt. Bereits in jungen Jahren fiel sie durch ihre außergewöhnlichen Leistungen auf: Die Highschool absolvierte Vaughan als Jahrgangsbeste, und mit nur 19 Jahren schloss sie ihren Bachelor in Mathematik mit Auszeichnung ab.

Obwohl ihre Professoren Vaughan zum Weiterstudieren ermutigten, nahm sie eine Stelle als Mathematiklehrerin an der Robert Russa Moton High School in Farmville an. Aufgrund der amerikanischen Wirtschaftskrise in den 1930er-Jahren musste sie schnell Geld verdienen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen.

Nach elf Jahren als Lehrerin bekam Vaughan 1943 einen Job als Mathematikerin bei der NACA, der Vorgängerorganisation der NASA. Dort führte sie als sogenannter „menschlicher Computer“ komplexe Berechnungen und Datenanalysen für Luftfahrtingenieure durch. Da elektronische Computer noch in ihren Kinderschuhen steckten, mussten zu der Zeit alle Berechnungen noch händisch durchgeführt werden.

Aufgrund ihrer hohen Kompetenz wurde die Mathematikerin 1949 zur Leiterin ihrer Einheit befördert und war damit die erste afroamerikanische Frau in dieser Position. Trotz dieses Erfolgs hatte Vaughan es nicht leicht: Damals gab es in den USA Rassentrennung, weswegen sie und ihre Kolleginnen in eigenen Räumen arbeiten mussten, eigene Kantinen hatten und nur eigene Toiletten benutzen durften. Diese Situation änderte sich erst 1958, als die NACA zur NASA wurde.

Zu Beginn der 1960er-Jahre setzte die NASA bei ihren Berechnungen verstärkt auf elektronische Computer. Vaughan erkannte, dass sie für Berechnungen wohl bald nicht mehr gebraucht werden würde. Daher brachte sie sich selbst und anschließend ihrem gesamten Team das Programmieren bei, um für die Organisation weiterhin unverzichtbar zu bleiben.

Als Mathematikerin war Vaughan im Laufe ihrer Karriere für viele verschiedene Bereiche der Organisation tätig. Zusammen mit anderen Mathematikerinnen wie Katherine Johnson leistete sie einen wichtigen Beitrag zum Raumfahrtprogramm. Bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1971 blieb sie Angestellte der NASA. Am 10. November 2008 starb die Forscherin im Alter von 98 Jahren.

Obwohl Dorothy Vaughan mit ihrer Arbeit die Weltraumforschung vorantrieb, erhielt sie keine namhaften Auszeichnungen. Ihre Leistungen wurden aber in dem Buch „Hidden Figures — Unerkannte Heldinnen“ gewürdigt, das 2017 auch als Spielfilm in die Kinos kam.

Alessandro Volta: Physiker und Erfinder der elektrischen Batterie

Alessandro Guiseppe Antonio Anastasio Volta wurde am 18. Februar 1745 in Como, Italien, geboren. Er war eines von neun Kindern aus einer wohlhabenden Familie und interessierte sich schon früh für Physik. Seine Eltern wollten, dass Volta Jurist wurde und schickten ihn auf eine dementsprechende Schule, allerdings konnte er sich dafür nie richtig begeistern.

Stattdessen brachte Volta sich im Selbststudium durch Bücher alles über Elektrizität bei und führte Briefwechsel mit wichtigen Forschern. Schon bald veröffentlichte er eigene wissenschaftliche Publikationen zu diesem Gebiet. 1774 erhielt der Italiener eine Anstellung als Physiklehrer am städtischen Gymnasium in Como.

Ein Jahr später erfand Volta das Elektrophor, ein Gerät, das statische Elektrizität erzeugen und transportieren konnte. Das Gerät wurde schon bald in ganz Europa verwendet, und der Physiker erlangte Berühmtheit. 1776 untersuchte er die Luftblasen, die in den Sümpfen um den Lago Maggiore aufstiegen, und entdeckte dabei als erster das Methan. In weiterer Folge begann der Italiener, Experimente mit dem brennbaren Gas durchzuführen und entwickelte im Zuge dessen die nach ihm benannte Volta-Pistole. Damit konnte er den Sauerstoffgehalt von Gasen messen.

Durch seine zahlreichen Entdeckungen bekam Volta 1779 einen Lehrstuhl für Physik an der Universität Pavia. Hier machte er seine bekannteste Erfindung: die erste funktionierende Batterie, auch Voltasche Säule genannt. Dadurch wurde die weitere Erforschung der magnetischen Eigenschaften elektrischer Ströme möglich. Kurz nach der Präsentation der Voltaschen Säule gelang es englischen Forschern damit Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten – die Geburtsstunde der Elektrolyse und der Elektrochemie.

Voltas Erfindung brachte ihm zahlreiche Ehrungen. 1801 führte er die Batterie in Paris Napoleon Bonaparte vor, der ihn später in den Grafenstand erhob und zum Senator machte. 1815 wurde der Physiker zum Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Pavia ernannt, vier Jahre später ging er in Ruhestand. Nach jahrelangen Krankheiten starb er schließlich am 5. März 1827 im Alter von 82 Jahren.

Heute gilt Alessandro Volta als einer der Begründer der Elektrizitätslehre. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Copley-Medaille. Ihm zu Ehren wurde die physikalische Einheit für die elektrische Spannung Volt genannt. In seiner Heimatstadt heißt der Ortsteil Camnago heute Camnago Volta. Dort gibt es auch ein Museum, das dem Physiker gewidmet ist und in dem seine Instrumente zu besichtigen sind.

 

Dorothy Vaughan und Alessandro Volta sind nur zwei Beispiele dafür, wie einzelne Forschende die Welt verändern können. Egal, ob man sich selbst das Programmieren beibringt wie Vaughan, oder ob man einen so wichtigen Bereich begründet wie Volta: Wir alle können mit Naturwissenschaft und Technik die Welt ein Stück besser machen!

Als nächstes geht es in unserer Blogreihe um Gladys West und Steve Wozniak.

Quellen:

Vaughan

National Aeoronautics and Space Administration (2017): Dorothy Vaughan Biography, [online] https://www.nasa.gov/content/dorothy-vaughan-biography [07.08.2019].

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Dorothy Vaughan, [online] https://www.britannica.com/biography/Dorothy-Vaughan [07.08.2019].

Biography.com (2016): Dorothy Johnson Vaughan Biography, [online] https://www.biography.com/scientist/dorothy-johnson-vaughan [07.08.2019].

Volta

Wagner, Bernhard (1996): Volta, Alessandro (1745 - 1827), in: Kurt Jäger (Hrsg.), Lexikon der Elektrotechniker, Berlin und Offenbach: VDE-VERLAG, S. 391.

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Alessandro Volta, [online] https://www.britannica.com/biography/Alessandro-Volta [07.08.2019].

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge besondere Menschen in der Wissenschaft und Technik vor. Aktuell: Dorothy Vaughan und Alessandro Volta