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Forschende, die die Welt veränderten: Z

Nicht alle Heldinnen und Helden tragen Capes. Im Laufe der Geschichte hat es immer wieder Forschende und Technikbegeisterte gegeben, die mit Neugier, Kreativität und Tatendrang das Leben der Menschen verbessert und dafür gesorgt haben, dass wir die Welt, in der wir leben, ein bisschen besser verstehen.

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge eine kleine Auswahl dieser besonderen Menschen vor: Beim Buchstaben „Z“ die chinesische Astronomin Wang Zhenyi und den russischen Elektrotechniker Vladimir Zworykin.

Wang Zhenyi: Astronomin, Mathematikerin und Dichterin

Wang Zhenyi kam 1768 in Nanjing, China, zur Welt. Bereits als Kind war sie neugierig und lernte früh zu lesen. Das war damals keine Selbstverständlichkeit, denn Bildung war nur für wohlhabende Männer zugänglich. Von Frauen wurde verlangt, sich lieber auf Haushaltstätigkeiten wie kochen und nähen zu konzentrieren, anstelle von Bildung.

Zhenyi hatte das Glück, unter Gelehrten aufzuwachsen, die ihre Bildung förderten. Ihr Vater und ihr Großvater unterrichteten sie in Astronomie, Mathematik, Geografie und Medizin. Das Meiste brachte sich die Chinesin aber selbst bei, indem sie die Bücher in der Familienbibliothek studierte.

Mit 18 Jahren freundete Zhenyi sich mit anderen weiblichen Gelehrten an und beschloss, ihre wissenschaftliche Arbeit auf Astronomie und Mathematik zu fokussieren. Da sie kein Labor zur Verfügung hatte, führte die Astronomin ihre Experimente zu Hause durch. Zu ihren größten Errungenschaften zählt heute ihre Erklärung für das Zustandekommen einer Sonnen- bzw. Mondfinsternis. Mithilfe von wenigen Haushaltsgegenständen konnte sie den Vorgang nachstellen und ihn so allgemein verständlich erklären. Zuvor glaubten die Menschen, dass eine Sonnenfinsternis von verärgerten Göttern verursacht wurde.

Im Laufe ihrer Karriere verfasste Zhenyi zahlreiche astronomische Bücher, in denen sie unter anderem zu erklären versuchte, dass die Erde nicht flach, sondern ein Ball sei. Neben ihren astronomischen Werken verfasste sie auch einige mathematische Bücher. Der Chinesin war es ein besonderes Anliegen, Wissenschaft einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, deshalb erklärte sie in ihren Mathematikbüchern komplizierte Konzepte leicht verständlich.

Mit nur 24 Jahren war Zhenyi in ihrer Heimat bereits für ihre wissenschaftlichen Leistungen berühmt. Da sie eine Frau war, nahmen viele ihrer männlichen Kollegen sie aber nicht ernst und belächelten ihre Arbeit. Die Astronomin ließ sich davon nicht beirren. Neben ihrer Forschung war sie auch Poetin und verarbeitete ihre Erfahrungen in Gedichten. Darin kritisierte sie die extremen Unterschiede zwischen der ärmeren und der reichen Bevölkerung. Auch trat die Chinesin für die Chancengleichheit von Männern und Frauen ein und prangerte den Sexismus der damaligen Gesellschaft an.

Wang Zhenyi starb 1797 im Alter von nur 29 Jahren. Trotz ihrer erstaunlichen Leistungen gingen viele ihrer Werke verloren, sie selbst geriet lange Zeit in Vergessenheit. Mittlerweile zählt die Chinesin zu hellsten Köpfen ihrer Zeit und ihre Arbeit wird dementsprechend gewürdigt. Beispielsweise trägt ein rund 20 Kilometer großer Krater auf der Venus ihr zu Ehren den Namen Wang Zhenyi.

Vladimir Zworykin: Elektrotechniker und Vater des elektronischen Fernsehens

Vladimir Kosma Zworykin wurde am 30. Juli 1888 in Murom, Russland, als Sohn eines wohlhabenden Händlers geboren. Bereits als Kind zeigte er schon Begeisterung für Technik, als er mit neun Jahren Geräte auf den Booten seines Vaters reparierte. Nach der Schule studierte der Russe Elektrotechnik an der Technischen Universität in St. Petersburg. 1912 schloss er das Studium erfolgreich ab.

Danach ging Zworykin nach Frankreich, um sich in weiteren Studien mit theoretischer Physik und insbesondere mit Röntgenstrahlen auseinanderzusetzen. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs musste er aber gleich nach Russland zurückkehren, wo er seinen Kriegsdienst leistete. Zu seinen Aufgaben zählte das Prüfen des Radioequipments, das von der Armee eingesetzt wurde.

1919, nach Ende des Kriegs, wanderte Zworykin in die USA aus. Ein Jahr später bekam er eine Anstellung bei der Westinghouse Electric Corporation. Während seiner Zeit bei diesem Unternehmen erlangte der Russe den PhD an der University of Pittsburgh und machte die Erfindung, die ihn später berühmt machte: das elektronische Fernsehen.

An der Idee, Bilder elektronisch per Kabel zu übertragen, arbeiteten Forschende bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Zworykin selbst hatte sich schon während seines Studiums in St. Petersburg mit dem Problem beschäftigt. 1923 gelang ihm schließlich der Durchbruch und er meldete sein erstes Patent für ein Fernsehsystem an. Seine Vorgesetzten wiesen ihn aber an, seine Zeit nicht mit einem derartigen Unterfangen zu verschwenden, daher arbeitete der Ingenieur fortan in seiner Freizeit an der Erfindung weiter.

1929 wurde das Potenzial von Zworykins Erfindung erkannt. Er bekam eine Stelle als Direktor des elektronischen Forschungslabors der Radio Corporation of America (RCA). In dieser Position war der Russe äußerst erfolgreich: 1939 präsentierte die RCA im Rahmen der Weltausstellung in New York das massentaugliche Fernsehen und damit eine der einflussreichsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts.

Neben seinen Arbeiten zum elektronischen Fernsehen und später auch zum Farbfernsehen, forschte Zworykin zusätzlich in anderen Bereichen. Beispielsweise war er an der Erfindung des Elektronenmikroskops beteiligt. Nach seiner Pensionierung besetzte der Elektrotechniker verschiedene Ehrenämter in diversen Organisationen. Er starb am 29. Juli 1982 im Alter von 92 Jahren.

Für seine wissenschaftlichen Verdienste erhielt Vladimir Zworykin zahlreiche Auszeichnungen, darunter die National Medal of Science. Außerdem verlieh das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) ihm zu Ehren zwischen 1952 und 1986 einen nach Zworykin benannten Preis für herausragende technische Entwicklungen auf dem Gebiet des Fernsehens.

 

Wang Zhenyi und Vladimir Zworykin sind nur zwei Beispiele dafür, wie einzelne Forschende die Welt verändern können. Egal, ob man in jungen Jahren schon so viel für die Wissenschaft leistet wie Zhenyi, oder ob man etwas so Wichtiges entwickelt wie Zworykin: Wir alle können die Welt mit Naturwissenschaft und Technik ein Stück besser machen!

 

Quellen:

Zhenyi

Deutschlandfunk.de (2018): Eine große Forscherin der Astronomie, [online] https://www.deutschlandfunk.de/vor-250-jahren-wurde-wang-zhenyi-geboren-eine-grosse.871.de.html?dram:article_id=429785 [02.09.2019].

Girlmuseum.org (2018): Trailblazers — The Age of Girls: Wang Zhenyi, [online] https://www.girlmuseum.org/trailblazers-age-of-girls-wang-zhenyi/ [02.09.2019].

Ignotofsky, Rachel (2016): Women in Science — 50 Fearless Pioneers Who Changed the World, New York: Penguin Random House, S. 13.

Zworykin

Jeszenszky, Sandor (1996): Zworykin, Vladimir Kozma (1889 - 1982), in: Kurt Jäger (Hrsg.), Lexikon der Elektrotechniker, Berlin und Offenbach: VDE-VERLAG, S. 417-418.

Enceclopaedia Britannica (o.J.): Vladimir Zworykin, [online] https://www.britannica.com/biography/Vladimir-Zworykin [02.09.2019].

Massachusetts Institute of Technology (o.J.): Vladimir Zworykin, [online] https://lemelson.mit.edu/resources/vladimir-zworykin [02.09.2019].

In unserer Blogreihe stellen wir in alphabetischer Reihenfolge besondere Menschen in der Wissenschaft und Technik vor. Aktuell: Wang Zhenyi und Vladimir Zworykin