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Von der Mur in die Steckdose

Am 9. Oktober 2019 ging das Grazer Murkraftwerk offiziell in Betrieb. Es soll rund 45.000 Menschen mit Strom versorgen und dabei 60.000 Tonnen CO2 einsparen — für die Betreiber des Kraftwerks ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in der Steiermark. Aber wozu brauchen wir Wasserkraftwerke überhaupt, und wie kann aus fließendem Wasser elektrischer Strom entstehen?

Damit die Auswirkungen der Klimaerwärmung nicht zu verheerend sind, müssen alle Länder daran arbeiten, dass der globale Temperaturanstieg unter 2°C bleibt. Das gelingt aber nur, wenn der weltweite CO2-Ausstoß massiv verringert wird. Energie zu sparen reicht dabei nicht aus; zusätzlich muss unser Strom künftig von erneuerbaren Energieträgern stammen.

Österreich ist zwar schon auf einem guten Weg, allerdings beziehen wir einen Teil unserer Energie noch immer aus Kohle, Erdöl und Erdgas. Neben großen Mengen an CO2 gelangen bei dieser Form der Energiegewinnung auch sehr viele andere Stoffe in die Luft, die Mensch und Umwelt schaden. Im Extremfall ist die Luft nicht mehr atembar und Menschen können nur mit Atemschutzmasken das Haus verlassen, wie das zum Beispiel in vielen chinesischen Städten schon oft der Fall war. Deshalb ist es so wichtig, dass wir komplett auf erneuerbare Energieträger wie Sonne, Wind und Wasser umsteigen.

Hier ist es mit vielen unterschiedlichen Methoden möglich, Strom klimaschonend zu produzieren. Bei Wasserkraftwerken wird beispielsweise zwischen Laufkraftwerken und Speicherkraftwerken unterschieden. Das kürzlich in Betrieb genommene Grazer Murkraftwerk ist ein Lauftkraftwerk. In dem Kraftwerk befindet sich eine Turbine, die sich zu drehen beginnt, wenn sie von großen Wassermengen und mit hohem Druck durchflossen wird. Über der Turbine ist ein Generator, der durch die Drehbewegung der Turbine angetrieben wird. Diese Energie wird vom Generator in elektrische Energie umgewandelt. Anschließend wird der Strom ins städtische Stromnetz eingespeist und kommt so zu uns in die Steckdosen.

Auch wenn der Ausbau erneuerbarer Energiequellen sehr wichtig für den Klimaschutz ist, war die Errichtung des Murkraftwerks bei einigen Klimaschützern umstritten. Einerseits mussten sehr viele Bäume entlang der Mur gefällt werden, andererseits stellt das Kraftwerk auch einen Eingriff in den Lebensraum vieler gefährdeter Fischarten dar, die in der Mur leben. Daher ist es auch bei solchen Projekten wichtig, bereits im Vorfeld die negativen Auswirkungen auf die Umwelt in die Planung miteinzubeziehen und entsprechende Schritte zu setzen. Im Falle des Murkraftwerks werden neben anderen Maßnahmen unzählige Bäume und Büsche angepflanzt.

Mit dem Murkraftwerk alleine ist es aber nicht getan. Die Energie Steiermark, die das Kraftwerk betreibt, möchte in den nächsten Jahren die Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik landesweit stärker ausbauen. Damit ist das Klima zwar noch nicht gerettet, aber es ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Am 9. Oktober 2019 ging das Grazer Murkraftwerk offiziell in Betrieb. Aber wozu brauchen wir Wasserkraftwerke überhaupt, und wie kann aus fließendem Wasser elektrischer Strom entstehen?